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Charterflug-Management: Ein vollständiger Leitfaden für europäische Reiseveranstalter
TourX Team
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Chartertypen erklärt
Vollcharter: Ein einzelner Reiseveranstalter vertraglich die gesamte Flugzeugkapazität. Der Veranstalter trägt das volle finanzielle Risiko, hat aber vollständige Kontrolle über Zeitplanung, Routing und Preisgestaltung.
Split-Charter (Konsolidierung): Mehrere Veranstalter teilen sich die Kapazität auf demselben Flug. Risiko und Kosten werden proportional verteilt.
Kontingent: Ein Veranstalter sichert sich eine feste Anzahl von Sitzen mit einem Freigabedatum, bis zu dem unverkaufte Sitze zurückgehen.
Seat-Only-Verkauf: Einzeln verkaufte Chartersitze ohne Unterkunftspakete, typischerweise um Restkapazitäten zu füllen.
ACMI (Aircraft, Crew, Maintenance, Insurance): Eine Wet-Lease-Vereinbarung, bei der die Airline Flugzeug und Crew stellt, während der Veranstalter die kommerziellen Aspekte übernimmt.
Kontingentmanagement
Freigabedaten: Jedes Kontingent hat eine Frist, bis zu der unverkaufte Sitze zurückgegeben werden müssen. Das Versäumen eines Freigabedatums bedeutet typischerweise, dass der Veranstalter für unverkaufte Sitze zahlt. Freigabefristen variieren je nach Vertrag von 7 bis 45 Tagen vor Abflug.
PNL-Versand: Passagiernamenslisten müssen innerhalb festgelegter Zeitrahmen vor Abflug an den operierenden Carrier übermittelt werden.
Blocksitze vs. Free-Sale-Kontingente: Blocksitze sind garantierte Kapazität mit Zahlungsverpflichtung. Free-Sale-Kontingente ermöglichen Buchungen ohne finanzielle Verpflichtung bis zur Reservierung.
Ökonomie von Split-Charter-Operationen
Kosten pro verfügbarem Sitzkilometer (CASK): Charterveranstalter erzielen auf Freizeitrouten typischerweise niedrigere CASK als Linienfluggesellschaften dank höherer Sitzdichte und optimierter Turnaround-Zeiten.
Auslastungsfaktoren: Erfolgreiche Charter-Operationen zielen auf Auslastungsfaktoren von 85-95% ab. Unter 80% schwindet der Sitzplatzkostenvorteil gegenüber Linienflügen.
Integration mit Pauschalreisesystemen
Moderne Reiseveranstalter benötigen Charterinventar, das nahtlos neben anderen Flugquellen in ihren Paketierungssystemen funktioniert. Ein Kunde, der nach einem Urlaub sucht, sollte Charter-Optionen neben Linienflügen, NDC-Inhalten und Low-Cost-Carrier-Verfügbarkeit sehen, ohne das zugrunde liegende Distributionsmodell zu kennen oder sich darum zu kümmern.
Die überarbeitete EU-Pauschalreiserichtlinie
Die EU erzielte Ende 2025 eine politische Einigung zur Überarbeitung der Pauschalreiserichtlinie. Wichtige Änderungen für Charter-Veranstalter:
Verbraucher-Erstattungsfrist: Veranstalter müssen Erstattungen innerhalb von 14 Tagen nach Paketsstornierung bearbeiten.
Umsetzungsfrist: Mitgliedstaaten haben 28 plus 6 Monate für die Umsetzung in nationales Recht, was bedeutet, dass die neuen Anforderungen ab 2028 wirksam werden.
Gutscheinregelungen: Neue Bestimmungen regeln die Verwendung von Gutscheinen als Alternative zu Barerstattungen mit Verbraucherschutz und Insolvenzabsicherung.
Europäischer Charter-Marktkontext
Der europäische Charterflugmarkt hat einen Wert von etwa EUR 4,79 Milliarden. Charterflüge machten Anfang der 2000er Jahre etwa 7,7% der europäischen Flüge aus, sanken aber auf etwa 3,4%, als Low-Cost-Carrier in traditionelle Charterrouten expandierten. Trotz des Rückgangs bleibt das Modell auf stark nachgefragten Freizeitkorridoren wirtschaftlich tragfähig.
Wie Aurora Charterinventar-Distribution handhabt
Aurora behandelt Charterinventar als erstklassigen Inhaltstyp neben GDS- und NDC-Quellen. Charterflüge, Kontingente und Split-Charter-Zuweisungen werden über ein dediziertes Inventarmodul verwaltet, das Freigabedaten, PNL-Versand und Blocksitz-Verpflichtungen handhabt und gleichzeitig Verfügbarkeit über dieselbe API-Schicht exponiert.
Aurora verwaltet auch die für Split-Charter-Operationen erforderliche Multi-Veranstalter-Koordination, verfolgt die Zuweisung jedes Teilnehmers, überwacht Verkaufsraten und automatisiert Freigabedatum-Benachrichtigungen. Die finanzielle Abstimmung zwischen Split-Charter-Partnern läuft über Zenith für vollständige End-to-End-Transparenz.
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